BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)

BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement)

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein Verfahren zur Unterstützung von Beschäftigten nach längerer Krankheit. Für Betriebsräte ist BEM besonders relevant, da es die Rückkehr von Mitarbeitern fördert und somit die Arbeitsfähigkeit im Unternehmen sichert. Ein typisches Beispiel ist ein Mitarbeitender, der nach einer langen Krankheitsphase wieder ins Team integriert werden soll.

Definition und rechtliche Grundlage

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) bezeichnet die systematische Unterstützung von Arbeitnehmern nach längerer Krankheit, um deren Rückkehr an den Arbeitsplatz zu erleichtern. Die rechtliche Grundlage bildet § 167 Abs. 2 SGB IX, der die Arbeitgeber verpflichtet, ein BEM anzubieten. BEM unterscheidet sich von anderen Maßnahmen wie der Rehabilitationsberatung, da es spezifisch auf die Wiedereingliederung im Arbeitsumfeld abzielt.

Bedeutung für die Praxis

Für die Arbeit des Betriebsrats bedeutet BEM, dass er aktiv an der Gestaltung und Umsetzung von Wiedereingliederungsprozessen beteiligt ist. Die Beschäftigten profitieren von einem strukturierten Rückkehrprozess, der ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt. Zudem verbessert BEM die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber, da beide Seiten an einer erfolgreichen Integration interessiert sind.

Umsetzung im Betriebsalltag

  • Protokoll der BR-Sitzung auf bereits besprochene BEM-Fälle und Verantwortlichkeiten prüfen.
  • Mit der Personalabteilung einen BEM-Plan erarbeiten, der die Schritte zur Rückkehr des Mitarbeitendes festlegt.
  • Regelmäßige Gespräche mit dem betroffenen Mitarbeiter führen, um dessen Fortschritte und Bedürfnisse zu klären.
  • Schulungen für Betriebsratsmitglieder anbieten, um Kenntnisse über BEM zu vertiefen.

Vorteile

Ein effektives BEM steigert die Mitarbeiterzufriedenheit und senkt die Krankheitsquote. Zudem kann es zu einer besseren Teamdynamik führen, da Mitarbeitende schneller wieder integriert werden.

Kennzahlen und Erfolgskontrolle

Der Erfolg von BEM lässt sich durch die Rückkehrquote der Mitarbeitenden nach Krankheit messen. Ein weiterer Indikator ist die Dauer der Abwesenheit vor und nach der BEM-Maßnahme.

Häufige Fehler und Fallstricke

Ein häufiger Stolperstein ist die unzureichende Kommunikation zwischen Betriebsrat, Arbeitgeber und Beschäftigten. Oft wird BEM nicht ernst genommen, was die Rückkehr erschwert. Um dies zu vermeiden, sollten alle Beteiligten frühzeitig in den Prozess eingebunden werden.

Fazit

Betriebliches Eingliederungsmanagement ist ein entscheidendes Instrument für Betriebsräte, um die Rückkehr von Mitarbeitern zu unterstützen. Betriebsräte sollten aktiv an der Gestaltung von BEM-Prozessen mitwirken, um die Arbeitsfähigkeit im Unternehmen zu sichern.

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